Die Bauwirtschaft zählt zu den ressourcenintensivsten Branchen weltweit. Durch das Wiederverwenden von Bauteilen lassen sich Ressourcen schonen, Abfallmengen reduzieren und CO₂-Emissionen einsparen. Auch wir in Berlin TXL nehmen dieses Thema ernst: Gemeinsam mit Concular entwickeln wir derzeit einen internen Leitfaden für den zirkulären Rückbau und die Wiederverwendung von Bauprodukten auf unserem Gelände.
Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Bauteile und Materialien aus unseren Bestandsgebäuden erhalten und anschließend wiederverwendet werden können. Unser Ziel: Materialien möglichst im selben Bauprojekt weiterzunutzen, alternativ in anderen Berlin-TXL-Projekten einzusetzen – oder, wo das nicht möglich ist, sie in die Drittverwendung zu geben.
Ein strukturierter Prozess für den Re-Use
Dafür haben wir gemeinsam mit Concular einen strukturierten Prozess entwickelt, der die Anforderungen des Denkmalschutzes sowie mögliche Schadstoffe berücksichtigt. Er umfasst die Erfassung von Materialmengen, die Einschätzung technischer Wiederverwendbarkeit, die Beurteilung der Marktfähigkeit sowie die Bilanzierung von CO₂-Einsparpotenzialen. Der Prozess orientiert sich an der DIN SPEC 91484 – einem standardisierten Leitfaden für Pre-Demolition-Audits (PDA), der beschreibt, wie Baumaterialien vor Abriss oder Sanierung erfasst und bewertet werden, um sie anschließend für den Re-Use nutzen zu können.
Aktuell wenden wir den Prozess erstmals am ehemaligen Terminal D und dem ehemaligen Parkhaus P2 an. Besonders im Fokus stehen die Dachkonstruktion, der Doppelboden sowie die Fassadenelemente – Bauteile mit hohem Potenzial für den Re-Use.
Perspektivisch soll der Prozess bei allen Gebäuden auf unserem Gelände zum Einsatz kommen, die künftig saniert oder rückgebaut werden. Damit legen wir in Berlin TXL die Grundlage dafür, zirkuläres Bauen langfristig zu verankern – und vorhandene Materialien konsequent als das zu behandeln, was sie sind: wertvolle Ressourcen.